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DMLateinAndrea Volkmann

Begonnen hat alles mit einer Wette, welche ich verlor.

Der Einsatz war das „Schlimmste“ was man sich vorstellen konnte zu tun.

Bei mir war es im Alter von 15 Jahren Tanzen zu lernen, denn das fand ich spießig.

Doch Wettschulden sind ja bekanntlich Ehrenschulden,

also meldete ich mich mit anderen Freunden zum Tanzkurs an.

Bereits nach der zweiten Stunde fand ich es gar nicht mehr spießig, im Gegenteil es machte mir viel Spaß und es war auch viel            einfacher sich nur mit einem „Gegner“ (Partner) auseinander setzen zu müssen als mit den 5 Mädels auf dem Spielfeld,denn zu diesem Zeitpunkt spielte ich noch Volleyball.

Weitere 6 Wochen später meldete ich mich, parallel zu den Tanzkursen, in einem Tanzverein mit meinem Partner an und nach 6 Monaten tanzten wir unseren ersten Wettkampf, den wir souverän gewannen.

Ab da wusste ich: Das ist mein Sport.

In den nächsten Jahren waren Trainingssaal und Wettkampfhallen mein zweites Zuhause.

Dank einer tollen Mutter, die mich und meinen Trainingseifer immer unterstützt hat und mir mit dem Führerschein ihr Auto vollständig abtrat,

war ich schon nach wenigen Jahren in den höheren Wettkampfklassen vertreten und konnte mich über einige schöne Erfolge freuen.

LM22 Landesmeister-Titel,

Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften,

Finalist in Malta und viele erste Plätze.

Mit 19 machte ich dann meine ersten Wertungsrichter- und Trainerlizenzen und begann zu unterrichten.

1996 hörte ich zum ersten Mal vom Rollstuhltanz.

Da Tanzen für mich untrennbar von Füßen war konnte ich mir nichts darunter vorstellen.

Ich fuhr also nach Ludwigsburg zu einem Ranglistenturnier Rollstuhltanz und war mehr als geplättet. Dort lud man mich zu einem Kadertraining nach Aachen ein, zu dem ich auch fuhr.

An diesem Wochenende fiel der Lateintrainer aus und Udo Dumbeck, der damalige Cheftrainer, meinte plötzlich, ich sei doch Lateintrainer, ich soll doch mal….

Na prima, ab ins kalte Wasser.

Doch anscheinend waren meine „Schwimmkünste“ nicht schlecht, denn es machte nicht nur allen einschließlich mir Spaß, sondern auch Udo fand es so gut, dass er mich als Co-Cheftrainer beim Deutschen Behindertensportverband vorschlug, der mich direkt einstellte.

Parallel zu diesem Posten machte ich meine Übungsleiter-, Trainer- und Wertungsrichterlizenzen im Bereich Behindertensport bzw. Rollstuhltanz und gab Deutschlandweit Unterricht für zahlreiche Vereine, Verbände und Organisationen, für die ich zum Teil heute noch tätig bin und ausbilde.

1999 wechselte ich dann die Seiten, vom Trainerlager ins Aktivendasein und ertanzte mit meinem Partner Rene Moetz in den kommenden 5 Jahren zahlreiche nationale und internationale Erfolge im Rollstuhltanzsport.

Unter anderem German Open Sieg und Deutsche Meisterschaft 1999 & 2000 Latein,

Belgish Open Sieg sowie Finalplätze bei Europameisterschaften und World-Cups.

AsbH12-2009   Im Jahr 2004 dann beendete ich das Wettkampftanzen und bin seitdem nur noch im Kür- und Showbereich selber aktiv oder als Bestandteil in einer meiner zahlreichen Gruppen.

Darüber hinaus habe ich nun endlich „Zeit“, mich neben meinen Workshops, Festivals und Vereinen, meinen Kindern und Seniorengruppen, meinen Rollstuhltanzgruppen unterschiedlichster Zusammensetzung, um außergewöhnliche Dinge zu kümmern wie der Rollstuhlartistik oder den Rolli-Cheerleaderinnen.

Heute bin ich sehr froh über die damals verlorene Wette und muss schmunzeln wenn ich daran denke, wie ärgerlich ich wegen meines Wetteinsatzes war.

Schließlich hat mich der Einsatz mit zu dem gemacht, was ich heute bin…

Tänzer aus tiefstem Herzen

Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen ohne Tanzen oder Unterrichten leben zu können und möchte mit niemandem auf der Welt tauschen.